SPÖ Frauen Niederösterreich

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Die Krise nicht am Rücken der Frauen austragen

Paket für Alleinerziehende – Staatliche Unterhaltsgarantie – Familienhärtefonds für alle Kinder gleich – Erhöhung des Arbeitslosengelds – Arbeitszeitverkürzung.

In einer Umfrage wurden 1.000 Frauen in ganz Österreich (103 in NÖ) zu ihrer aktuellen Situation in der Krise, ihre Einschätzungen und Erwartungen für die Zukunft befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Lebensrealitäten von Frauen verschlechtert haben. Schon vor der Krise haben Frauen die Hauptlast beim Haushalt getragen. Unter den veränderten Lebensbedingungen ist die familiäre Anforderung für Frauen noch um einiges gestiegen. Kinderbetreuung, Haushalt, Home-Schooling und Beruf/Homeoffice unter einen Hut zu bringen, ist eine Mammutaufgabe.

„Mehr als zwei Drittel der Niederösterreicherinnen (NÖ: 70 Prozent, Ö: 67 Prozent) fühlen sich von den öffentlichen Stellen im Stich gelassen. Dazu kommt die Angst um den Arbeitsplatz. So haben etwa mehr als ein Drittel der Frauen Angst, ihre Arbeit zu verlieren – die Angst liegt bei besser ausgebildeten Frauen bei 43 Prozent, bei Alleinerzieherinnen sogar bei 44 Prozent“,  berichtet Landesfrauenvorsitzende LAbg. Elvira Schmidt von den Umfrageergebnissen. „Es ist nicht einzusehen, dass die Hauptleidtragenden der Krise Frauen und Kinder sind. Es braucht deshalb eine staatliche Unterhaltsgarantie, eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent und die ersten 1.700 Euro des Einkommens sollen steuerfrei sein. Eine massive Arbeitszeitverkürzung auf eine 30 Stunden-Woche würde auch die Arbeit wieder gerechter verteilen“, sagt Schmidt abschließend: „Denn die Corona-Krise ist auch eine Chance, Arbeit und Einkommen gerecht zu verteilen und Frauenarbeit richtig wertzuschätzen: Mit entsprechendem Gehalt und guten Arbeitsbedingungen. Nicht nur mit Applaus!“

 

  • 65 Prozent der Niederösterreicherinnen (Ö: 66 Prozent) erwarten sich eine Verschlechterung der beruflichen Situation der Frauen aufgrund der Corona-Krise. Interessant ist dabei das Bildungsniveau: je höher der Bildungsabschluss desto mehr wird eine Verschlechterung befürchtet. 
  • Und 34 Prozent der Frauen haben Angst um ihren Arbeitsplatz, bei Alleinerzieherinnen sogar 44 Prozent.
  • Jede zweite befragte Frau mit Kindern berichtet von einem (viel) höheren Betreuungsaufwand durch die Krise. Eine gerechte Aufteilung der Kinderbetreuung mit dem Partner passiert zu 41 Prozent nicht (Ö: 39 Prozent).
  • Und Befragte mit Kindern und Alleinerzieherinnen fühlen sich schlecht von öffentlichen Stellen unterstützt. Besonders deutlich zeigt sich das, wenn Alleinerzieherinnen zu 75 Prozent sagen, dass sie bei der Doppel- und Dreifachbelastung und sogar zu 82 Prozent bei der wirtschaftlichen Belastung sagen, das sie hier mangelnde Unterstützung haben.
  • 86% der Frauen – und bei Alleinerzieherinnen sogar 93 Prozent – sagen, dass Frauen den Hauptteil der Belastungen in der momentanen Situation tragen
  • 72 Prozent der Frauen sind der Meinung, dass EinzelhandelsmitarbeiterInnen Heldinnen sind und sogar 90 Prozent sind der Meinung, dass in der Pflege tätige HeldInnen sind.